VERA BONSEN

Biographie

 

 
In Heidelberg geboren, absolvierte sie mit Diplom 1981-85 ein Bühnen- und Kostümbildstudium an der Accademia di Belle Arti in Venedig.
Danach folgten Engagements an unterschiedlichen Theatern im In- und Ausland (Nationaltheater Mannheim, Saarbrücken, Hannover, Rouen, Darmstadt, Nürnberg, Kiel, Bregenzer Festspiele, Volksoper Wien und Komische Oper Berlin) mit zahlreichen Ausstattungsarbeiten in den Sparten Oper, Tanztheater und Schauspiel.

Ihre intensive Beschäftigung mit Theater, Musik und Raum führten zu einer eigenständigen künstlerischen Gestaltungsform:
Vera Bonsen entwickelt plastische Wandobjekte aus unterschiedlichen Materialien, vorzugsweise Pappe und Papier, die zum einen zu räumlichen Konstrukten werden, zum anderen durch die Fotografie eine weitere Dimension erhalten.

Sie war und ist in zahlreichen Gemeinschafts- als auch in Einzelausstellungen zu sehen und wird von der Galerie Grewenig, Schwerpunkt Konkrete Kunst, in Heidelberg vertreten.
Des weiteren ist sie seit 2009 Mitglied im BBK und im Forum für Kunst Heidelberg und in der GEDOK.

Das Material Papier fasziniert mich durch seine unbegrenzten Möglichkeiten, seine Flexibilität, seine vielfältigen Strukturen, wie auch durch seine Unberechenbarkeit. Mit Faltungen und Schnitten kann man Räumlichkeit herstellen, man kann es perforieren, zerlegen, biegen oder wie eine Textilie behandeln. Das Material lebt, reagiert, bewegt sich…
Es entstehen Farbvibrationen, durch verschiedene Schnittwinkel erzeugt. In allen Arbeiten geht es um Raumgewinnung, sei es durch Hinzufügen, als auch durch Wegnehmen, Auslassungen oder Transformation des Materials wie Verflechtungen, Verdrehungen und Zusammenfügen der Einzelteile.
Die unzähligen Schnittwiederholungen im Arbeitsprozess haben mich mit dem Material immer vertrauter werden lassen, man kann ihm mehr zumuten und seine Grenzen ausloten, Eigendynamik, Bewegung, gleichsam einer Schnittchoreographie entstehen. Ich befinde mich während des Arbeitsprozesses in einer Art Sog, dem ich mich nicht mehr entziehen kann.
Die Blätter wie auch die Objekte entstehen in einem langwierigen konzentrierten Arbeitsprozeß, man darf nicht ausscheren, nicht sich ver-schneiden, wobei ich möchte, daß man Unregelmäßigkeiten sieht, kleine Unebenheiten, Papierfetzen, Schnittverletzungen,…
ich behandle das Papier wie eine Textilie, verwebe, verflechte, verdrehe die Streifen- oft hält ein Streifen das ganze Konstrukt zusammen.

Vera Bonsen